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Das geschlossene System ist die Form, in der wir unsere Schweine halten.

Damit ist gemeint, dass Ferkelerzeugung und Schweinemast auf unserem Betrieb stattfinden.

 

Diese Grafik soll das geschlossene System als Fließschema verdeutlichen.

 

Die grünen Kästen und roten Kreise stehen jeweils für einen Bereich des gesamten Hofes. Pfeile verdeutlichen das Umstallen der Ferkel und Sauen.

 

Die abgerundeten Kästen sind außerhalb unseres Hofes zu finden und liefern Jungsauen und Sperma, beziehungsweise nehmen die gemästeten Schweine an.

 


Drei Bereiche unseres Hofen werden auf dieser Seite weiter erläutert.

Wenn du dich nur für einen bestimmten Teil interessierst, folge einfach dem passenden Link:


Die Sauenhaltung

Das Deckzentrum

Nach dem Absetzen der Ferkel werden die Sauen in dieses Stallabteil eingestallt. In zwei Reihen stehen die Sauen in Kastenständen nebeneinander.

Das Besondere in diesem Stall sind die beiden Eber, die in ihren Boxen jeweils am Ende jeder Reihe zu finden sind. Ihre Aufgabe ist es, in der Rauschezeit der Sauen (4-7 Tage nach dem Absetzen) vor ihnen durch den Treibgang zu laufen, um bei ihnen so die Brünstigkeit zu stimulieren.

Innerhalb einer Zeit von 1-3 Tagen (Hauptrausche) lösen sie so den "Duldungsreflex" bei den Sauen aus.

 

Zu diesem Zeitpunkt erfolgt die künstliche Besamung:

Das vorher von einer Besamungsstation gewonnene, in Tuben gelieferte Sperma von ausgewählten Ebern wird mit Hilfe eines Katheters in die Sau eingeführt.

Diese Methode ist hygienischer, felxibler und ungefährlicher als das Decken der Sauen mit einem Eber.

 

Ob die Besamung der Sauen erfolgreich war, erfährt man jedoch erst mit der Trächtigkeitskontrolle:

Mithilfe eines Scanners kann ein Ultraschallbild der Gebärmutter zeigen, ob sich Föten, die zu Ferkeln heranreifen, gebildet haben.

Spätestens 4 Wochen nach dem Belegen wird die trächtige Sau dann wieder in die Gruppenhaltung im Wartebereich umgestallt.


Der Wartebereich mit Abrufstation

Im Wartebereich leben die Sauen frei umher laufend als große Gruppe in einem Raum.

In dieser Art "Wohngemeinschaft" hält sich eine Sau circa 12 Wochen lang auf bis die Zeit zum Abferkeln gekommen ist.

 

Um an ihr Futter zu gelangen, stellt sie sich vor eine der zwei Futterstationen im Abteil. Diese lesen ihren Chip, den sie als Ohrmarke trägt, aus und lassen sie in die Station hinein.

Natürlich können Sauen diese Technik nicht sofort verstehen. Deshalb werden sie bei ihrem ersten Aufenthalt im Wartebereich am Automaten in einem separaten Bereich angelernt.

 

Über ein Computersystem erhält die Sau so eine genau auf sie angepasste Futtermenge. Diese Futterkurve ist vergleichbar mit einer Ernährung nach Ernährungsempfehlung beim Menschen und auf Empfehlungen von Experten ausgelegt. Auf der anderen Seite können wir am PC nachvollziehen, welche Sau an diesem Tag ihr Futter gefressen hat und können bei Problemen schnell reagieren.

In dem weitläufigen Abteil gibt es an den Wänden entlang buchtenähnliche Liegeflächen, in denen sich die Tiere zurückziehen können. Auch eine Heuraufe ist in dem Abteil vorhanden, um den Tieren zusätzliches Beschäftigungsmaterial bereitzustellen.

Trotzdem gibt es natürlich in einer solch großen Gruppe immer wieder Rangeleien und Rangkämpfe. Diese sind gefährlich für die Gesundheit der Sauen und ungeborenen Ferkel und der wohl größte Nachteil bei dieser Art der offenen Tierhaltung. Wichtig ist also bei der täglichen Kontrolle, schwache Tiere zu erkennen und sie gegebenenfalls in ein anderes Abteil umzustallen. 


Der Wartebereich für junge Sauen

In diesem Abteil wird die nächste Generation junger Sauen in Gruppenhaltung von etwa sechs bis acht Tieren pro Bucht auf das Leben in der Sauenherde und die erste Belegung vorbereitet.

 

Dazu muss jedes Tier einen guten Gesundheitsstatus aufweisen, der durch die genaue Tierbeobachtung durch den Landwirt und einen speziellen Impfplan erreicht wird. Der Impfplan ist genau auf die Tiere und deren Umgebung auf unserem Betrieb ausgelegt und mit Hilfe unseres Tierarztes entwickelt worden.

 

Um eine problemfreie, lange Lebenszeit der Tiere zu gewährleisten, ist es wichtig, sie langsam an die ideale Körperkondition heranzufüttern. Nur Jungsauen, die mit dem passenden Körpergewicht und Alter belegt werden, können über einen langen Zeitraum gesund bleiben und gute Leistungen bringen.

 

Ebenfalls beachtet wird das Erlernen des sozialen Miteinanders. Das heißt das natürliche Verstehen der Rangordnung in den Beziehungen der Sauen untereinander. Wichtig ist aber auch ein vertrauensvolles Verhältnis des Landwirtes zu seinen Tieren. Daher nimmt sich der Landwirt bei der täglichen Tierkontrolle viel Zeit, um sich mit den jungen Tieren auseinander zu setzen.


Der Abferkelstall

Dieser Bereich ist das Bindeglied zwischen der Sauenhaltung und dem der Ferkelaufzucht.

Hier ferkeln die Sauen ab und bleiben ca. 24 Tage mit ihren Ferkeln zusammen in einer Bucht.

 

In unserem Stall gibt es 7 Abferkelabteile mit jeweils acht Buchten für Sau und Ferkel. Wenn die Sau etwa fünf Tage vor dem errechneten Abferkeltermin aus dem Wartestall in eine dieser Buchten eingestallt wird, dann ist das gesamte Abteil gewaschen und desinfiziert. Aber auch die Sau selbst wird nach dem Einstallen mit warmen Wasser und Schaum geduscht. Das bereutet den Tieren durchaus viel Freude bereitet ;) . All das ist wichtig, um eine möglichst hygienische Umgebung für die frisch geborenen Ferkel zu ermöglichen. 

Diese Umgebung sollte natürlich auch schön warm und trocken sein. Daher gibt es neben der Sau eine Ecke mit einem beheizten Ferkelnest, über dem zusätzlich noch eine Infrarot-Wärmelampe aufgehangen wird. Außerdem wird während der Geburt eine Gummimatte mit zusätzlicher Lampe hinter die Sau gelegt, damit die Ferkel nicht auf dem kalten Kunststoffrosten zur Welt kommen und frieren müssten.

 

Erst einmal auf der Welt suchen die frisch geborenen Ferkel sofort das Gesäuge der Mutter, um genug der wichtigen Biestmilch zu bekommen. Diese enthält wichtige Antikörper, die den Ferkeln den raschen Aufbau eines eigenen Immunsystems ermöglichen. Gestört werden die Ferkel dabei in diesen ersten Stunden nicht.

Die Ferkelaufzucht

Nachdem die Ferkel am 21. Lebenstag von den Sauen abgesetzt wurden, beginnt für sie die Zeit der Umstellung. Getrennt von der Muttersau und in einer neuen Umgebung mit neuen Artgenossen, sollen sie dann auch noch mit dem neuen Futter zurecht kommen.

Um ihnen diese Umstellung so leicht wie möglich zu machen, haben wir uns für die zweiphasige Ferkelaufzucht entschieden.

Zuerst werden die Ferkel in ein Abteil eingestallt, dass ihnen niedrige Futtertröge und den bekannten Kunststoffboden aus der Abferkelung bereit stellt. Hier können sich die Ferkel in den ersten Wochen an das Fressen aus dem Automaten gewöhnen und sich eine Rangordnung innerhalb ihrer Gruppe aufbauen. Die Ferkel, die hier in der gleichen Bucht als Gruppe das Fressen lernen, bleiben bis zum Verkauf zusammen.

Nach der Zeit der Umgewöhnung geht es für die Ferkel in den aktuell modernsten Stall auf unserem Betrieb, der erst im Frühjahr 2018 fertiggestellt wurde. Der Stall ist als Ferkelaufzuchtstall konzipiert, hat allerdings schon einige Elemente aus dem späteren Maststall übernommen. So laufen die Ferkel hier bereits auf Spaltenboden und auch die Buchtenstruktur ist nahezu identisch.

Gefüttert wird immer noch trockenes, selbst gemischtes Futter, das nun aber über größere Automaten angeboten wird.  

Die Schweinemast

Noch einmal werden die Ferkel umgetrieben und betreten eine neue Umgebung.

Große Buchten mit genügend Platz, eine tageshelle Aufstallung und ein trittsicherer Spaltenboden bieten einen möglichst optimalen Lebensraum für die Schweine. Nach circa 15 Wochen haben sie ihre Schlachtreife glücklich erreicht.

In der Mast gilt das Hauptaugenmerk des Landwirts auf der Tierkontrolle. Täglich gilt es zu überprüfen, ob alle Tiere gesund sind. Dabei hilft die Aufteilung der Tiere nach Altersgruppen in den verschiedenen Abteilen.

Um einen ausreichenden Fleischzuwachs zu erzeugen (Veredlung des Futters), muss natürlich die Fütterung stimmen. Qualitativ hochwertiges und in der Zusammensetzung dem Alter der Schweine entsprechendes Futter ist entscheidend.

Fühlen sich die Schweine wohl, kann auch der Landwirt auf ein zufriedenstellende Tageszunahmen hoffen.

Bei uns werden die Schweine daher präzise und vollautomatisch mit einer Flüssigfütterung gefüttert. Diese mischt nach verschiedenen Rezepten, das selbst geerntete Maisschrot (CCM), gemahlenes Getreide und weitere Komponenten, die den restlichen Bedarf der Schweine an Protein und Spurenelementen abdecken, zu einer ausgewogenen Fütterung in einem Anmischbehälter mit Wasser zusammen. Der entstandene Brei wird dann mit Luftdruck durch die Futterleitungen zu den Trögen in den Abteilen transportiert, aus denen die Schweine fressen. 

Dank der Automatisierung können die Schweine bis zu 10 Mal täglich in kleinen Rationen gefüttert werden, was eine gute Futterhygiene gewährleistet und Rangkämpfe minimiert.

Ziel der Schweinemast ist schlussendlich der Verkauf der Tiere an den Schlachthof. Bis es soweit ist, haben sie etwa 250kg Futter gefressen und ein Lebendgewicht von 120kg erreicht.

Der Verkauf ist dennoch keine einfache Angelegenheit. Die Vorgaben für das "perfekte Schwein" werden durch den Schlachthof vorgegeben und stark eingegrenzt und werden automatisch beim Schlachtvorgang analysiert. Passt das Schwein von der Form und Fleichzusammensetzung nicht in das Auswertungssystem, gibt es Abzüge. Ein genaues Heraussuchen der verkaufsfähigen Tiere zählt daher mit zur Königsdisziplin in der Schweinemast.